Von Liebe und Macht, am Meer und in der Stadt, von der Antike bis zur Gegenwart! - Geschlechterverhältnisse und Geschlechterdiskurse im Blick der Forschung.
Pecha Kucha in Trier! Geboten wird ein lebendiger Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten, die Geschlechterverhältnisse und -diskurse in den Blick nehmen. Pro Thema 20 Bilder und 6 1/2 Minuten geballte Aufmerksamkeit! Lassen Sie sich inspirieren und diskutieren Sie mit!
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Beschreibung:

Herzlich Willkommen zur Pecha Kucha-Premiere beim City Campus in Trier! Das Referat für Gleichstellung hat junge und ‚gestandene‘ Wissenschaftler_innen zu einem kurzweiligen Einblick in aktuelle Forschungsthemen der Geistes- und Sozialwissenschaften in diesem besonderen Format eingeladen. Jeder Vortrag besteht aus 20 Bildern, die jeweils nur 20 Sekunden gezeigt und kommentiert werden. Also 6 1/2 Minuten geballte Aufmerksamkeit für ein Thema! Übrigens … der Begriff ‚Pecha Kucha‘ kommt aus dem Japanischen und bezeichnet lautmalerisch das Geräusch von vielen sprechenden Menschen. Also – lassen Sie sich inspirieren und diskutieren Sie anschließend mit!

 

 

Prof. Dr. Nicola Baumann:

Männer und Frauen im Streben nach Macht und Liebe

 

Geschlechtsstereotype deuten an, dass Männer die Macht lieben und Frauen mächtige Männer. Noch sind die meisten Machtpositionen von Männern besetzt und mächtige Frauen tun sich manchmal schwer bei der Partnersuche. Die Befunde aus der Motivationspsychologie zeigen eindeutig, dass Männer und Frauen gleichermaßen nach Macht streben – zumindest auf einer unbewussten Ebene. Im Selbstbericht geben Frauen jedoch ein signifikant niedrigeres Machtstreben an. Was bedeuten diese Ähnlichkeiten und Unterschiede im Machtstreben von Männern und Frauen?

 

 

Barbara Bollig:

Machtweib, Mörderin, Mensch Medea im Wandel der Zeiten

 

Sie ist bekannt für eine Tat: den Mord an ihren Kindern. Seit über 2000 Jahren fasziniert der Racheakt der Medea Literat_innen von Euripides bis Christa Wolf. Er ist auch der Baustein für die Aufarbeitung des Mythos in unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen, welche sich in der Regel auf die Bluttat der hintergangenen Frau beziehen. Doch Medea ist mehr als das Klischee der Kindsmörderin: sie wandelt sich stetig zwischen rasender Furie, hintergangener Ehefrau und liebender Mutter und ist immer auch Herrin ihrer selbst. So stellt sich die Frage nach der hochgradigen Diversität der literarischen Bearbeitung der Medea von der Antike bis zur Gegenwart.

 

 

Dr. Elisa Müller-Adams

Ans Meer! Von Nixen, Inselträumen und Strandromanzen in der deutschsprachigen Literatur

 

Von Meer und Schifffahrt und von anderen verwandten Räumen wie Insel, Küste und Strand erzählt die Literatur schon seit der Antike. Dabei handeln solche nautischen und maritimen Texte von Grenzüberschreitungen, von ‚anderen’ Räumen, von Aufbruch und Entdeckung, von Untergang und Schiffbruch, aber auch von Geschlechterbeziehungen. Ob erzählt wird von Begegnungen zwischen Menschenmännern und weiblichen Wasserwesen, von experimentellen Geschlechterverhältnissen in Inselutopien oder von Liebesverwicklungen im Seebad – immer verhandeln diese Texte auch Geschlechterdiskurse und Geschlechterverhältnisse. Der Vortrag stellt maritime Texte vor und skizziert Fragen der literaturwissenschaftlichen Gender Studies.

 

 

Tobias Michael Schank:

Man of the West? Men of the West?

 

Der Western ist zweifelsfrei das Filmgenre, das sich am ausführlichsten mit der Ergründung nationaler und geschlechtlicher U.S.-amerikanischer Identität beschäftigt hat. Seit der ersten Filmrolle erschuf er immer wieder neue, idealisierte, in erster Linie männliche Projektionsfiguren, die als Zelluloidgladiatoren die Ängste und Hoffnungen mehrerer Generationen stellvertretend ausfochten. Sehen sich die Westernhelden nicht alle ähnlich? Beschreiben Gary Cooper, John Wayne und Clint Eastwood nicht denselben ‚Typus Mann‘? Eine Betrachtung der Westernfilmgeschichte unter Anwendung eines geschlechtertheoretischen Modells zeigt, dass sich zur Beschreibung dieses ‚Typus Mann‘ mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten, mehr Abweichungen als Kontinuitäten entdecken lassen, wir also von grundverschiedenen Männlichkeiten und deren Wandelbarkeit sprechen sollten. Was diese Western-Männlichkeiten eint ist die Botschaft, dass Männlichkeit erstrebenswert sei.

 

 

Amanda Boyce:

Queerness in Science Fiction: Doctor Who & Star Trek

 

Die Repräsentation von marginalisierten Identitäten in der Popkultur ist ein möglicher Weg gesellschaftlicher Inklusion, auch wenn diese Identitäten im Alltag noch tabuisiert werden. Leicht zugängliche Medien wie Fernsehen und Film sind für viele (junge) Menschen die erste Informationsquelle. Doch die Darstellung von Identitäten jenseits des Heteronormativen verkommt oft zu Stereotypen, welche in ihrer stetigen Wiederholung bestehende Vorurteile verfestigen und möglicherweise neue schaffen. Das Genre ‚Science Fiction‘ bietet Zuschauer_innen die Möglichkeit, das eigene (gesellschaftliche) Verhalten im sicheren Rahmen kritisch zu reflektieren, weil es aktuelle Materialien in einen neuen Kontext setzt. BBC's Weiterführung der erfolgreichen Science-Fiction-Serie Doctor Who und Gene Roddenberrys Star Trek Universum verfolgen in Bezug auf die Inklusion und die Darstellung von nicht-heteronomen Identitäten zwei gegenläufige Vorgehensweisen.

 

 

Julia Gerstewitz:

 

Mutter, Vater, erstes Kind – Gleichstellungsideal und Arbeitsteilung

 

 

Die Geburt des ersten Kindes – das zeigen zahlreiche empirische Analysen – geht in Paarbeziehungen vielfach mit einer stark geschlechterdifferenzierenden Arbeitsteilung einher: Nach wie vor sind es in erster Linie die frisch gebackenen Mütter, die wie vormals ihre Mütter und Großmütter wieder Hausarbeit und Kinderversorgung übernehmen, hierfür ihre Berufstätigkeit zurückfahren, während die jungen Väter ihre Erwerbstätigkeit zeitlich ausdehnen. Bereits während der Schwangerschaft setzen Traditionalisierungsprozesse ein, die eine Verweiblichung von Elternschaft begünstigen. Somit wird das von den Paaren vor der Elternschaft erstrebenswerte Ideal der Gleichverteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit unmittelbar nach der Geburt durch gelebte Alltagspraxen verabschiedet. Was sind die Ursachen dieser Retraditionalisierung?

 

 

Dr. Daniela Gottschlich:

Warum Forschung für nachhaltige Entwicklung die Kategorie Geschlecht braucht

 

Nachhaltigkeitsforschung analysiert sozial-ökologische Krisen und sucht nach Wegen sie zu bewältigen. Ohne die Berücksichtigung von Geschlecht als Differenz-, Struktur- und Prozesskategorie bleibt nicht nur die Bestandsaufnahme unvollständig – auch die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungsstrategien kann so nicht gelingen. Welche Beiträge leistet die genderorientierte Nachhaltigkeitsforschung zu neuem System-, Ziel- und Transformationswissen, damit der gesellschaftliche Wandel in Richtung Nachhaltigkeit Fahrt aufnehmen kann?

Öffnungszeiten:
20:00 bis 21:00
Aussteller:

Referat für Gleichstellung der Universität Trier

Ort:
Thermen am Viehmarkt
Kleine Bühne
Veranstaltungen:
Von Liebe und Macht, am Meer und in der Stadt, von der Antike bis zur Gegenwart!
Ort: Thermen am Viehmarkt
Art der Veranstaltung: Vorführung
Personen: Geschlechterverhältnisse und Geschlechterdiskurse im Blick der Forschung.
Termine:
20:00 bis 21:00