Landgrabbing
„Landgrabbing“  ist ein Begriff, der eine (manchmal) illegale Aneignung von Land durch wirtschaftliche oder politische Akteure beschreibt. Der lokalen Bevölkerung in Ländern des Globalen Südens werden der Zugang und die Nutzung des Landes erschwert oder gar verwehrt.
© Wirtschafts- und Sozialgeographie
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Beschreibung:

„Landgrabbing“  ist ein Begriff, der eine (manchmal) illegale Aneignung von Land (hier: agrarisch nutzbare Flächen, Rohstoffe oder Süßwasserquellen u. a.) durch wirtschaftliche oder politische Akteure beschreibt, die der lokalen Bevölkerung den Zugang und die Nutzung dieser erschweren oder gar verwehren. Dieser Begriff wird meist im Zusammenhang mit Entwicklungen in Ländern des Globalen Südens genannt.
Kann man solche Entwicklungen auch in den Industrienationen erkennen – oder sogar bei uns in Deutschland?

Seit 2008 wird die Ressource Boden weltweit ein knappes Gut,

  • weil eine wachsende Weltgemeinschaft ernährt werden muss,
  • für steigenden Energiebedarf Pflanzen angebaut werden,
  • täglich weiterer Boden versiegelt wird, weil Häuser, Straßen und Industriegebiete entstehen und
  • Böden versalzen oder diese aus anderen Gründen nicht mehr ackerbaulich zu nutzen sind.


Die Kaufwerte landwirtschaftlicher Flächen sind im Zeitraum von 2007 bis 2015 in Westdeutschland um 83% und in Brandenburg im gleichen Zeitraum um 312% gestiegen. Besonders außerlandwirtschaftliche Akteure investieren in diese Flächen. Örtliche Landwirte können sich diese gestiegenen Preise nicht mehr leisten, wandern ab und der ländliche Raum verwaist.
Während eines Forschungsaufenthaltes im Bundesland Brandenburg sind die Meinungen von betroffenen Landwirten und einer großen Bandbreite weiterer Experten eingeholt worden. Wir wollten wissen, wie die Landwirte ihre Situation seit der Wende einschätzen, wie die Strukturen in den betroffenen Gebieten sich verändert haben und welche Folgen dies für die Landwirte und die Agrarwirtschaft sowie die Entwicklung des ländlichen Raumes selber hat.
Herausgearbeitet  worden sind die Faktoren, die „Landgrabbing“-ähnliche Zustände begünstigen. Gefragt wird, wer ein Interesse daran haben könnte, dies zu ändern. Schließlich wird diskutiert, ob die Ressource Land als ein Gut wie jedes andere behandelt werden sollte, das man besitzen und nach eigenen Vorstellungen nutzen und damit spekulieren darf, oder ob man als Eigentümer oder Nutzer von Boden weiteren Verpflichtungen unterliegt.
 

Öffnungszeiten:
21:00 bis 21:30
Aussteller:
Dipl. Geogr. Julia Hollweg
Universität Trier, Wirtschafts- und Sozialgeographie

Ort:
Angela-Merici-Gymnasium
Vortragsraum
Veranstaltungen:
Landgrabbing
Ort: Angela-Merici-Gymnasium
Art der Veranstaltung: Vortrag
Personen: Dipl.-Geogr. Julia Hollweg
Termine:
21:00 bis 21:30